Fingerhut

Fingerhut

Digitalis purpurea

Scrophulariaceae

Der Fingerhut ist heute einer der wichtigsten Arzneipflanze und gleichzeitig eine der giftigsten. Alle Teile der Pflanze enthalten herzwirksamme Stoffe, besonders die Blätter. Bereits wenige Gramm getrockneter Blätter führen zu tödlichen Vergiftungen und es besteht dabei keine Möglichkeit einer medizinischen Hilfe.

Droge: Digitalis purpurea Folium
Inhaltsstoffe: Herzglykoside
Anwendung und Wirkung:

Zur Gewinnung der herzwirksammen Inhaltsstoffe, wird der Fingerhut in grossen Kulturen angebaut.
Die Glykoside werden über den Dünndarm aufgenommen und gelangen über das Blutsystem in die Herzmuskulatur, in die Leber und in die Nieren. Die Stoffe werden bis zu 14 Tage im Herzen gespeichert.
Bei bestimmten Herzkrankheiten kommt es zu einem venösen Rückstau am Herzen: Das Herz schafft es nicht, die über die Venen angelieferte Blutmenge aufzunehmen. Die Folge ist ein Blutstau auf der linken Seite von den Lungen und auf der rechten Seite von der Hohlvene.
Digitalisglykoside besitzen eine selektive Herzwirkung: Die Herzfrequenz sinkt, während die transportierte Blutmenge pro Herzschlag zunimmt, dh der venöse Druck nimmt ab.


Die Inhaltsstoffe des Fingerhuts sind schwierig zu dosieren und dürfen deshalb nur in fertigen, standardisierten Präparaten oder als Reinextrakt bestimmter Inhaltsstoffe verwendet werden.

Hauptindikationsgebiete für die Therapie mit Herzglykosiden sind Herzinsuffizienz bei oder als Folge von Arteriosklerose, hohem Blutdruck usw.